Das Familiengut und die Suche nach einem Wort

Blaukraut bleibt Blaukraut oder Familiengut bleibt Landsitz

Namen sind etwas wichtiges. Ein Mensch lebt sein ganzes Leben unter dem Zeichen seines Namens, trägt ihn mit Stolz oder eben nicht. Genauso ist es mit einem Ort. Nur dass dieser seinen Namen über Jahrhunderte lang tragen soll und sich mehr als nur ein Mensch damit identifizieren und wohlfühlen möchten. Wollen wir es uns und unseren Kindern dann wirklich antun, dass sie in einer immerwährenden Familiengutgemeinde oder gar auf unserem stetig währenden Sippenlandgutshof leben müssen? Ich brech mir ja schon beim Lesen die Zunge! Wie soll man solche langen und nicht gerade wohlklingenden Namen mit Stolz erklingen lassen?

Ihr lieben Denker, ihr habt die Bedeutung des russischen Wortes profunde ergründet und den noblen Wunsch, dass auch unsere Bezeichnung für unser Zuhause bedeutungsgeladen und stimmig ist. Aber vergesst bitte nicht, dass es sich um alltägliche Worte handelt, die sehr oft genutzt werden. In einem Gespräch habe ich einfach nicht die Muße, von unserem stetig währenden Sippenlandgutshof zu sprechen, da werde ich die kürzeste und verständlichste Form wählen und von unserem Landsitz oder auch Familiengut reden. Und wenn ich auf unser ganzes Dorf Bezug nehme, dann nenne ich es auch so. Nur, wenn ich mir ganz viel Mühe gebe, verbieg ich mir auch mal die Zunge zu Familiengutgemeinde oder auch Familienlandsitzsiedlung.

Vielleicht findet mal ein Poet ein Wort, welches kurz und bedeutungsgeladen zugleich ist. Das wäre großartig! Aber bis dahin nehme ich Vorlieb mit weniger Worten, auch wenn das weniger Inhalt zur Folge hat.

Thea Baum

Reaktion auf den Leserbrief zum Thema “Familiengut” und die daran anschließende Diskussion und den Wortfindungsprozess.

11. Januar 2016 von Christa Jasinski
Kategorien: Leserbriefe, Nachdenkliches, Rund um den Familienlandsitz, Sprache | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Also ich denke, dass die Möglichkeit gibt, dass man seinen Namen ändern lassen kann in bestimmten Fällen, warum sollte dieses nicht für Städte und Gemeinden der Fall sein? Wir leben doch in einem demokratischen Land! *lach LG Michelle

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