Leserbrief von Alexandra Gatto

Liebe Christa,

endlich schaffe ich es Ihnen zu schreiben. Es geht um eine erschreckende Beobachtung in unserem Garten. Wir leben hier seit 10 Jahren in Süd-Italien (Apulien…unten am Stiefel rechts im Eck). Die Vegetation in unserem Garten ist / war immer wundervoll: Palmen, Zypressen, Blumen, Rasen, Obstbäume u.a. Kiwis. Dieses Jahr ist alles anders…d.h. eigentlich fing es schon vor 2 Jahren an. Ich fang mal mit den Kiwis an, bzw. den BIENEN! Es gab dieses Jahr nämlich nur EINE Biene!! Und 2
Hummeln + die kamen vielleicht nur 2 TAGE…dann fand ich Sie: tot! Jedes Jahr war alles voll mit Blumen + dem Summen von den Bienen. Alles war voll, und wir hatten all die Jahre jeden Winter so ca. 60 Kilo Kiwis…. dieses Jahr zählen wir “3 Kiwis” …. letztes Jahr war auch noch alles voll mit Kiwis- und dann plötzlich sind alle während des Reifungsprozesses abgefallen. Das gleiche passiert hier gerade mit den Feigen….das gleiche- Sie reifen herand, und werden dann plötzlich hart und fallen ab.

Es gibt überhaupt dieses Jahr sehr sehr wenige Insekten + wie gesagt: keine einzige Biene mehr + keine Hummeln mehr! Sie sind weg. Ich habe ja leider schon viel gesehen und gelesen über das Weltweite Bienensterben. Deshalb habe ich mir gedacht es könnte auch für Sie sehr interessant sein….was so vor sich geht. Überhaupt hat sich die gesamte Vegetation verändert….die Blumen gehen haufenweise ein, mit Schimmel. Wir haben z.B. eine wunderschöne Bouganville….mit fuchsiafarbenen Blüten.
Plötzlich vor 2 Jahren ging es los….alle Blüten sind noch am Baum vertrocknet und dann abgefallen….nach ca. 6 – 8 Wochen kamen dann neue Blüten und das gleiche passierte dann wieder. Normalerweise blühen die Blüten kontinuierlich und fallen noch in voller Schönheit, ohne vorher zu vertrockenen, ab. Außerdem war der Baum, so kann man sagen, 6 Monate immer voll mit Blüten….jetzt blüht Sie in Intervallen. Und das habe ich hier überall beobachtet!

Es ist etwas passiert… ich denke an den ganzen Wandel….ich denke auch an die Chem-Trails…. leider leider…das ist sehr sehr schlimm!

Es grüßt Sie herzlichst eine scharfe- und aufmerksame Beobachterin und Naturliebende…. aus dem Süden !

Alexandra Gatto …. bis zum nächsten mal !

 

Liebe Alexandra,

meine Beobachtungen können das nicht bestätigen. Bei mir kreucht und fleucht es wie immer. Kann es sein, dass Deine Beobachtungen für Dein Umfeld gelten? Vielleicht wurde ja dort besonders viel gespritzt und mit besonders giftigen Mitteln, so dass die Auswirkungen weiter um sich griffen?

Ich habe vor Kurzem auch von Andreas Hinz, der im Umland von Berlin eine Biogärtnerei betreibt, gehört, dass er in seinem Umfeld weniger Bienen finden konnte und auch kaum noch Grillen hört. Trotzdem haben seine Bäume Früchte getragen und er kann sein Gemüse ernten. Er tippt als Ursache auf die Sprühaktionen gegen den Eichenprozessionsspinner im Umkreis von Berlin, von denen ja auch viele Nützlinge betroffen werden können. Auf seine Umfrage hin meldeten sich allerdings auch andere Berliner, bei denen sich nichts verändert hat. Es scheint da tatsächlich auf bestimmte Gebiete begrenzt zu sein und das könnte Andreas Vermutungen in Richtung von Spritzmitteln bestätigen.

Hier bei mir im bayrischen Schwaben scheint die Welt noch recht heil zu sein. Ich habe keinerlei Veränderungen entdecken können. Es gab enorm viele Himbeeren, Johannisbeeren und unsere Apfelbäume krümmen sich in diesem Jahr fast unter der Last der vielen Früchte. Auch mein Gemüse gedeiht wie eh und je.

Man kann anscheinend solche Beobachtungen nicht verallgemeinern. Trotzdem danke für den Hinweis. Vielleicht haben ja andere Leser ähnliche Erfahrungen gemacht. Interessant wäre es dabei, zu wissen wo die Beobachtenden leben.

Liebe Grüße

Christa

 

 

 

 

 

28. Juli 2014 von Christa Jasinski
Kategorien: Leserbriefe | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Liebe Alexandra

    Bei mir vor der Haustür, in der Nordwestschweiz, beobachte ich genau das Gegenteil. Ich habe einen Dost in einem Pflanztrog. Dort summt und brummt und schwadert es beständig. Der Dost ist ein Bienenbahnhof.
    Am vergangenen Freitag habe ich zum zweiten Mal in diesem Jahr meinen Rasen geshnitten. Die wilden Möhren in der Wiese waren etwa hüfthoch und da war auch ein reges Insektenleben zu beobachten. Meine Apfelbäume brechen fast unter dem Gewicht der Äpfel zusammen und ich werde sie stützen müssen. Himbeeren habe ich von meinen drei Stöcken täglich etwa 100g.

    Also meiner Beobachtung nach ist dieses Jahr ein überaus bienenfreundliches Jahr und es ist auch fruchtbar.

    Ich denke auch, dass es wohl regional unterschiedlich ist mit dem Aufkommen der Bienen. Vielleicht liegt es ja an gewissen Eingriffen, die vor Ort vorgenommen werden. Bei mir jedenfalls finden dann diese “Eingriffe” nicht statt.

    Herzliche Grüsse

    Marie-Luise

  2. Ich kann hier in Nordhessen auch nicht gerade einen Rückgang der Natur beobachten – im Gegenteil! Meine drei Bienenvölker, die gesund aus dem Winter kamen, haben 5 Schwärme abgegeben. Äpfel, Beeren sowie insgesamt so ziemlich alle Pflanzen wachsen üppig und voll.
    Auch bei uns ist die wilde Möhre sehr groß, Insekten gibt es viele (Insbesondere Mücken & Bremsen… Aber auch Erdhummeln sind massige hier).

    Interessanterweise hat der andere Imker im Dorf sehr große Probleme bei seinen Bienen: Eine extreme Varroa-Population. Bei meinen Bienenstöcken ist davon nichts – rein gar nichts – zu sehen. Daher schätze ich, dass die Eingriffe der Menschen eine weitaus größere Rolle zum Bienensterben spielen, als allgemein angenommen wird. Bei uns gibt es auch Rapsfelder und viele Monokulturen – definitiv kein ideales Lebensumfeld für die Bienen. Doch trotzdem scheint dies nicht den ausschlaggebenden Unterschied zu machen, wie hier zu sehen ist.

    Herzliche Grüße
    Joshua

  3. Apulien ist eine intensive Agrarregion, …
    Einfach per Stelitenbild mit höchster Auflösung durch die dortige Gegend scrollen. Dann kann man erahnen, in wie weit Natur dort noch “Raum” hat.

    Viele Grüße
    Ralf

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert